Hallo aus Ungarn,

hier ist Siofok – die größte Partymeile Ungarns am Plattensee. Wir sind heil und durchgeschwitzt zu unserer ersten Nacht im Osten Europas eingetrudelt.

Was war das gestern in Hamburg für ein Theater. Die Ösis sind ohne ihren Liegewagen 262 morgens von Wien angereist. Natürlich hatten wir alle unsere Kojen in 262. So hieß es am Check- In: Im Sitzwagen pennen. Was für ein Dreck. Sie hatten aber noch einen alten Schlafwagen dabei, bei dem der ÖBB-TÜV schon seit 2006 abgelaufen war und der noch als Sitzwagen nutzbar war. Dieser mit Abteilen und Kojen ausgestattete „Notwagen“ wurde von uns geentert. Ich konnte mir ein eigenes Abteil sichern, hatte da eine Matratze zum Liegen, kein Wasser und keine Decke – aber egal. Immerhin habe ich dadurch die Nacht im Liegen verbracht und nicht sitzend mit 5 anderen im Abteil der Sitzer. Ich war quasi zufrieden.

Zu Belohnung fuhren wir dann auch schon mit zwei Stunden Verspätung aus Altona ab. Die ÖBB schaffte es bis Wien 3 Stunden daraus zu machen. Ganz großer Sport. Und weil es so schön war hatten sie weder einen Speisewagen dabei, noch gab es heute Morgen Frühstück. Das war keine Werbung für Österreichs Bahnbude No.1.

Um kurz nach 11.00 Sind wir dann in Wien angekommen. Eines muss man sagen: Einen wunderschönen Autoreiszugbahnhof mit ganz kurzen Wegen haben die Ösis hier. Das hat schon was. Das weiss man als Deutscher gleich, wo seine Frühstückskohlen geblieben sind.

Um ca. 11.45 Uhr habe ich mich dann durch den Wiener Verkehr nach Baden gequält. Jede Ampel war meine, die 28°C im Schatten taten ihr Übriges. Ich hatte noch die Winterfutter in den Klamotten. Gegen 12.20 Uhr war ich in bade, wo Stefan schon in einem Cafe auf mich wartete. Zur Belohnung gab es den ersten Kaffee und eine Spaghettieis ähnliches Kunstwerk.

Gegen 13.00 Uhr sind wir dann in Richtung Balaton aufgebrochen. Noch gut 240 Kilometer lagen bei sengender Hitze vor uns. In Sopron haben wir dann die Österreich-Ungarisch-Schengene Grenze passiert. Das erste Mal betrat ich ungarischen Boden. Stefan war hier zu seiner Jugend Entwicklungshelfer. Der Verkehr auf den Hauptstraßen war noch ertragbar.

Kurz hinter der Grenze bogen wir dann in die ungarische Steppe ab. Nebenstraßen mit kilometerlang keiner Zivilisation, keine Häuser, keine Autos. Ganz wie in Litauen oder Lettland im letzten Jahr. Für unsere Wasserbusse war das alles kein Problem. Die welligen Nebenstrecken wurden locker weggesteckt. Meine Italo-Freunde und Bimota-Verehrer hätten mir ihre Handies ins Kreuz geschmissen. Das sind manchmal ganz schöne Lappen.

Einen Nachmittagskaffee hatten wir auch. In einem kleinen Dorfcafé stoppten wir, es gab 2 Kaffee und 2 Wasser. Der ganze Spaß kostete uns immerhin 360 Forint. Das sind umgerechnet 1,17€. Es wird wieder eine schöne Zeit…

Am Balaton haben wir dann die Fähre genommen. Das war auch wirklich ein Erlebnis. Auf den Punkt am Anleger und ab dafür. Die Überfahrt kostete uns beide zusammen mit Mopeds 9,73€. Chapeau für keine 10 Minuten. Im Verhältnis zum Kaffee Vollwucher.

Jetzt sind wir frisch geduscht am Tisch in unserm Hotelchen-. Die ersten Fahrbiere sind drin, es schmeckt.

Morgen früh geht es dann in Richtung Rumänien.

Es war ein geiler Tag.

Viele Grüße vom Balaton – der größten Partybude Ungarns.

Jupp

Kurz notiert:

  • Mein Handy war alle. Kabelbruch im Ladekabel. Ab morgen dann auch wieder on Air.
  • Jupp braucht eine Ständerverbreiterung
  • In Ungarn fahren die Leute kaum Motorräder. Alle haben sich nach uns umgedreht. Wie damals in der SBZ.
  • Der Verkehr in Wien ist Scheiße
  • Stefan saß 3 Stunden in Baden und hat sich mit der Kellnerin verlobt
  • Stollenreifen rutschen im Kreisel
  • Bis jetzt suchen wir noch die Honigmädchen
Tourtelegramm  
Startort der Tagestour: Wien, Österreich
Zwischenziel 1: Sopron
Zwischenziel 2: Sárvár
Zwischenziel 3: Veszprém
Zielort des Tages: Siofok, Ungarn
Geplante Fahrstrecke: 230 km
GPX-Daten Navi: Garmin-GPX
Abfahrt am Startort: 12.00 Uhr
Gepoklante Ankunft am Ziel: 17.30 Uhr
Bemerkungen/Highlights:  
Hotel an diesem Tag:

Hotel Diana
Szent László utca 41-43
Siofok, 8600, Ungarn
Tel.: +36 843 15296
http://www.dianahotel.hu/

 

 

Statistische Daten aus dem Bordcomputer des Wasserbusses:

Tageskilometerleistung km:  252 km
Tagesdurchschnittsverbrauch  l/100km:  4,6 l/100
Tagesdurchschnittsgeschwindigkeit km/h:  57 km/h
Gesamtkilometerleistung km:  421 km
Gesamtverbrauch l/100km:  4,9 l/100
Gangwechsel gesamt: 1442
Vorderradbremsen: 856
Hinterradbremsen: 1729
Durchschn. Drosselklappe 8%
Minimum Aussentemperatur: 23°C
Durchschnit Aussen temperatur: 27°C
Maximum Aussentemperatur: 30°C
Druchschnitt Motortemperatur: 83°C

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare   

0 #1 Die ÖBBSKlusmann 2017-06-03 06:24
Na, da bin mal auf meine ÖBB-Erfahrung im September gespannt :cry: Gerade gebucht, auch Hamburg - Wien.
Viel Spaß weiterhin und viele Grüße,
Stefan K. aus B
Zitieren | Dem Administrator melden

Kommentar schreiben

Bitte halte Dich an die Regeln für Kommentare.


Sicherheitscode
Aktualisieren

Ttranssilvanien 2017

16.06.2017 - Von Hamburg nach Ditterke
16.06.2017 - Von Hamburg nach Ditterke

  Der letzte Ritt. Von Hamburg-Altona ab auf die Straße und heim ins Calenberger Land....

» Weiterlesen

Eure letzten Kommentare