Die Zeit ist rum. 3800 Kilometer von Athen zurück ins hektische und stressige Deutschland. Es waren Vierzehn sehr interessante Tage, die meinen Horizont über Europa wieder sehr erweitert haben und aus dem ich viele Erfahrungen und Eindrücke mitgebracht habe.

Ein paar Eindrücke und Punkte versuche ich hier zusammenzufassen, bevor mich das Hamsterrad wieder hat und ich alles wieder vergessen habe.

Anreise

Unsere Anreise nach Athen hat gut geklappt. Der Transport der Motorräder mit bike-on –baord.de verlief perfekt wie erhofft und auch der Flug mit der Lufthansa wurde von allen Beteiligten professionell abgewickelt. So konnte die Toru ohne große Reibung starten.

Bike-on-Board.de fährt auch Orte wie Thessaloniki, Porto, Barcelona, Madrid und Bergamo an. Alles Ziele, die auch per Flugzeug gut zu erreichen sind. Nachdem die Deutsche Bahn ja ihre Autoreisezüge eingestellt hat ist dies ein sehr brauchbarer Weg ohne großen Zeitverlust zu schönen Ausgangspunkten für Touren zu kommen. Mir sind auch schon Ideen gekommen, wie mögliche neue Fahrten aussehen könnten… Start in Thessaloniki und über Bulgarien, Serbien, Rumänien bis nach Wien zur ÖBB…. Von Porto durch die Pyrenäen zurück nach Deutschland oder nur bis bis Barcelona…. Griechische Inseln mit Athen - Athen… Mal schauen, was es noch an alternativen Möglichkeiten des Fahrzeugtransportes gibt.

Unterkünfte

Wir hatten alle unserer Unterkünfte vorab via booking.com gebucht. Es hat sich wieder als richtig erwiesen dieses vorab zu tun. Das hat uns den Stress der Unterkunftssuche am Tage genommen, wir hatten dadurch mehr Fahrspaß und konnten uns auf Land und Leute konzentrieren. Alle Unterkünfte entsprachen den Beschreibungen und waren grundsätzlich alle in Ordnung. Da wir ja keinen Urlaub in den Häusern machen wollten sondern nur eine Nacht geblieben sind, waren wir hier relativ anspruchslos. Ein sauberes Zimmer, eine Dusche, ein Frühstück und wenn möglich ein Restaurant im Haus reichen uns aus. Die Preisspanne für ein Einzelzimmer, zum großen Teil mit Frühstück lag zwischen 17,00€ und 55,00€ die Nacht.

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Reisezeit

Ich denke die Reisezeit im Mai ist grundsätzlich die richtige für die von uns angefahrenen Länder. Der Mai ist noch keine Ferienzeit und die Popupaltionsdichte ist deutlich überschaubar. Es war überall noch sehr leer und überschaubar. Dadurch kam wenig Stress bei uns auf. Das Wetter ist von den Temperaturen auch optimal. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Mai noch im akzeptablen Bereich. Vielleicht wären 14 Tage später als Reisetermin besser, dann ist es noch ein Stück wärmer und die Eisheiligen (11.-15.Mai) wären vorbei gewesen. Allerdings lagen dieses Jahr die inkludierte Feiertage dafür nicht passend.

Wetter

Mit dem Wetter hatten wir auch Glück. Über die gesamten 15 Tage sind wir ca. 50 -100 Kilometer im Regen gefahren plus einige Kilometer mit nasser Straße. Im Großen und Ganzen passten die Temperaturen sehr gut. Meistens hatten wir um die 20°C und es war sehr gut auszuhalten. Meine letzte Reise im letzten Jahr im Juni in Rumänien war da deutlich heißer und dadurch auch anstrengender.

Erst in der zweiten Hälfte der Reise, als wir von Split in die kroatische Hinterlandschaft einbogen, musste ich das Innenfutter in die Jacke reinziehen, da es doch frischer wurde. Am kältesten hatten wir es bei 4°C in Obertauern in Österreich. Am Wärmsten war es mit 30°C in Korinth in Griechenland. Wir haben von Sonne satt bis Vollspülung alles erlebt. Nur eins hatten wir nicht: Schnee!

Fahrzeug

Ich kann mir für so eine Tour kein passenderes Motorrad, als eine Reiseenduro vom Kaliber einer BMW GS Adventure vorstellen. Die Masse der Straße ließ sich auch mit der KTM gut fahren. Aber es gibt halt immer wieder unkalkulierbare Überraschungen und manchmal sind Nationalstraße sowohl in Albanien, als auch in Kroatien, Griechenland oder Bosnien ein Lotteriespiel. Die BMW drückt so was alles locker weg. Die KTM ist da schon mehrfach über ihre fahrwerksmäßigen Grenzen gekommen.

Straßenverkehr

Gefühlt sind wir die meiste Zeit alleine unterwegs gewesen. Dadurch, dass wir die überfüllte Küstenstraße insbesondere in Kroatien gemieden haben und oft parallel im Landesinneren unterwegs waren, waren wir oft sehr lange alleine unterwegs. Ein wenig stressig war es in Tirana oder auch Sarajevo. In den Hauptstädten ist halt immer mehr los als auf dem Lande.
Überraschend leer waren auch noch unserer griechischen Straßen. An der Küste entlang von Lefkada nach Igoumenitsa war es sehr schön zu fahren und auch die Highways um Athen machten keine Probleme.

Enttäuschungen

Am meisten enttäuscht war ich vom Urlaubsboomerland Kroatien. Das Pricing was die Kroaten inzwischen an den Tag legen ist schon recht unverschämt. Mal abgesehen von den 25% Mehrwertsteuer wurden wir als Gäste und Touristen an der Küste und den touristischen Highlights im Hinterland hemmungslos abkassiert. Das Gefühl sind wir im gesamten Land nicht losgeworden. Wenn man die Preise in Relation zu den Einkommen der Kroaten von < 500,00€/Monat stelle dann fragt man sich, wie die Menschen hier überleben können. Ein Job kann dazu nicht reichen.

Ebenfalls negativ aufgefallen sind uns die Straßen in Kroatien. Um die Küstenorte an der Küste ist noch alles prima. Wir sind aber viel im Inneren des Landes unterwegs gewesen und da sieht es schon anders aus. Hier ist noch ein erheblicher Nachholbedarf gegeben. Geld aus der EU sollte dafür eigentlich noch da sein. Selbst die Straße im Nicht-EU Land Albanien haben eine deutlich besseren Eindruck bei uns hinterlassen. Wer hätte das vorher gedacht…

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Positiv

Den positivsten Eindruck hat bei uns Bosnien-Herzegowina hinterlassen und hier die Hauptstadt Sarajevo. Die Preisgestaltung war im Gegensatz zu Kroatien überall in Ordnung und auch für die einheimische Bevölkerung darstellbar. In Relation zu den bosnischen Einkünften < 500,00€ vergleichbar mit deutschen Verhältnissen. Wir haben phantastische Straßen und wunderschöne Landschaften erleben dürfen. Die Menschen waren überall sehr herzlich und nett, wir auch in allen anderen Ländern des Balkans.

Sarajevo war eine beeindruckende Stadt. Unter der historischen Bedeutung dieses Ortes durften wir eine sehr lebendige und mit vielen jungen Menschen aktive Hauptstadt erleben. Eine tolle Altstadt mit viel Leben hat zum Verweilen eingeladen. Die Infrastruktur im Land ist wirklich gut und das Land machte auf uns einen sehr weit entwickelten Eindruck. Erstaunlich, denn die Milliarden an Euronen der EU fehlen hier noch…

Ebenso erstaunlich die Situation in Albanien. Das angeblich eines der ärmsten Länder Europas hat bei uns einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Womit und wie die Albaner ihr Geld verdienen, das ist uns immer noch nicht in den Sinn gekommen. Als Steuerparadies Europas aber so viel in allgemeine Dinge wir Straße investieren zu können, das ist schon erstaunlich gewesen.

Bemerkenswert noch das Miteinander von Christen und Moslems. In Bosnien oder auch Albanien steht neben den Kirchen auch punktuell ein Minarett. Hier funktioniert das Miteinander Religionen seit vielen Jahren friedlich, ohne dass man sich die Köpfe einschlägt.

 

So far, bis zum nächsten Mal.

Jupp

 

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