Im Calenberger Land ist es wieder soweit. Es wird Herbst in den Dörfern, die Sommerzeit neigt sich dem Ende und Mutti muss den Ofen wieder anfeuern damit Papi einen warmen Hintern hat, wenn er nach Hause kommt um Hannovers Ex-Erstligisten im Sky zu sehen.

Wenn draußen die Äpfel von den Bäumen fallen, die Störche ihre Nester verlassen und sich in Richtung wärmere Gefilde aufmachen, dann steht es wieder vor der Tür: Das Kanonenschiessen

Da treffen sich dann eines Abends im Herbst diverse Herren der unterschiedlichsten Herkunft in einer Gemeinschaftsunterkunft um dieser Tradition zu fröhnen. Es gibt leckere Dinge zu Essen, meistens Kartoffelsalat, leckere Frikadellen und Würstchen mit Senf und Weißbrot aus der Metro. Dazu reicht man dann hoffentlich ein kaltes Erfrischungsgetränk mit echtem Wasser vom Brunnen unter dem Herrenhäuser Friedhof. Manchmal glüht auch noch der Grill und der erquickende Saft kommt aus dem Hahn. Je nachdem wie die Wetterlage in den Dörfern so ist und wer für die Kameraden anrichtet.

Geschossen wird auch noch, deswegen hat man sich ja getroffen. Mit Flinte und Pistole auf alles was sich bewegt. Meistens bewegt sich irgendwann nichts mehr, sondern irgendwo in einem Saal oder Scheune hängt eine Scheibe mit Fotos der Ortsbürgermeister, einer Wildsau oder komischen Zahlen im Kreise. Da wird dann drauf geschossen. Sieger wird nicht der beste Schütze sondern der, der die jedes Mal sich ändernden Spielregeln am besten interpretiert. Glück haben meistens die Schützen, die als letzes dran sind. Da ist der Pegel dann schon knapp unter Uferkante, was die Hand deutlich ruhiger macht. Der wahre Sieger bekommt dann bei der traditionellen Siegerehrung offiziell auch DIE KANONE überreicht.

Irgendwann ist der Abend dann leider zu Ende. Der Kühlschrank ist leer und es muss nach alter Harenberger Tradition ein Fläschchen ungekühltes zu sich genommen werden. Zum Abschluss gibt’s es dann noch den letzten Obstler und alle gehen friedlich nach Hause.

Im nächsten Jahr findet es dann wieder statt, das traditionelle Kanonenschießen. Ausrichter ist dann das nächste Dorf. Da wird dann vielleicht auf eine echte Sau oder den Köter vom Nachbarn geschossen, je nach dem was gerade weg muss. Doch Obacht: Beim Hundebürsten machen sich im Fell des Vierbeiners die Diabolos der Luftgewehre nicht gut, wenn sie der Hundemutti auf den Teppich fallen.

Bis dahin.

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