Einen sonnigen Muttertagnachmittag 2026 aus Sebeș – oder wie der Siebenbürger Sachse sagt: Mühlbach!
Pünktlich um 8:30 Uhr rollten wir nach dem Frühstück in Baia Mare (Frauenbach) los. Die Sonne strahlte vom Himmel, angenehme 15 Grad – also perfektes Motorradwetter. Der Kaffee wirkte, die Mopeds liefen und die Stimmung war irgendwo zwischen „Abenteuer“ und „mal schauen, was heute schiefgeht“.
Direkt hinter Baia Mare wurde uns allerdings klar: Rumänien baut! Und zwar gefühlt jede zweite Straße gleichzeitig. Kilometerlang fuhren wir über frischen Mineralbelag, Baustellen und halb fertige Fahrbahnen. Ob die Rumänen jetzt auch ein „Sondervermögen Infrastruktur“ aufgelegt haben oder ob hier einfach mal gearbeitet wird, konnten wir nicht herausfinden. Fakt ist: Bei der Anzahl der Baustellen investieren sie hier vermutlich mehr in Straßen als wir in Schlagloch-Warnschilder.
Über herrliche Nebenstrecken ging es durch die rumänischen Mittelgebirge Richtung Cluj-Napoca. Landschaftlich irgendwo zwischen Rhön, Weserbergland und Motorradfahrer-Himmel. Traumhafte Kurven, super Asphalt, fast kein Verkehr – also genau das, was man sich unter einem perfekten Fahrtag vorstellt. Bis zum Mittag lief alles wie aus dem Reiseprospekt.
Dann kam Cluj-Napoca, auf Deutsch Klausenburg. Eine beeindruckende Stadt mit rund 290.000 Einwohnern, wunderschönen Gebäuden und überraschend viel Leben am Sonntag. Geschäfte offen, Cafés voll, überall Menschen unterwegs – also quasi das Gegenteil deutscher Innenstädte an einem Sonntag.
Kaum hatten wir Klausenburg hinter uns gelassen, wurde der Horizont plötzlich dunkel. Sehr dunkel. Schwarze Wolken türmten sich auf. Daniel grinste noch und meinte: „Vielleicht kommt heute ja doch noch Regen.“ Tja Daniel… danke auch.
Wenige Kilometer später standen wir geschniegelt in voller Regenmontur am Straßenrand, während der Himmel die Schleusen öffnete. Erst flüchteten wir in eine Bushaltestelle, dann ins nächste Dorf in einen kleinen Nahversorger.
Dort saßen bereits zwei Rumänen beim Frühschoppen – offensichtlich anlässlich des deutschen Muttertages. Wir gesellten uns klatschnass mit zwei Cappuccinos dazu und führten die internationalste Unterhaltung des Tages: per Google Translate über Fußball und Politik.
Interessant war: Die Rumänen sind mit ihrer Regierung ungefähr genauso zufrieden wie wir Deutschen mit unserer. Offenbar ein europaweit funktionierendes Konzept.
Highlight des Tages: Zwei Cappuccinos inklusive diversen Keksen kosteten zusammen unglaubliche 2,60 Euro. Dafür bekommt man in Deutschland nicht mal mehr die Diskussion über die Preiserhöhung.
Fazit des Tages:
Grandiose Strecken, fantastische Landschaften, wenig Verkehr und maximaler Fahrspaß. Auf die Husche hätten wir verzichten können – dafür gerne noch ein Gelati oder einen zusätzlichen Café irgendwo in der Sonne.
Jetzt geht’s erstmal zum verdienten Fahrbier.
Und morgen – wenn Wettergott und Straßenbauamt mitspielen – über die legendäre Transalpina runter zur Donau nach Eșelnița ans Eiserne Tor!
Bleibt oben sitzen! Wir werden es.






